Integrales Gemeinschaftsprojekt
Tollense Lebenspark
(Mecklenburg-Vorpommern) Download: Konzeptflyer
WIE WIR WIRKLICH LEBEN WOLLEN
Praxisprojekt „Gemeinschaftsbildung“
Schwerpunkt: solidarische Ökonomie und Grundeinkommen
Projektleitung: Tollense Lebenspark & Stiftung Lebenspark
Mit dem Integralen Gemeinschaftsprojekt unterstützt die Gemeinschaft im Tollense Lebenspark zusammen mit der Stiftung Lebenspark die Bewegungen zum Bedingungslosen Grundeinkommen1 in Deutschland und der Welt. In der strukturschwachen Region Mecklenburg-Vorpommern erprobt in der täglichen Praxis die Lebensgemeinschaft Formen des sozialen und wirtschaftlichen Zusammenlebens im Sinne eines menschenorientierten, substanzbasierten und solidarischen Wirtschaftens. Wir wollen in der Praxis und wissenschaftlich begleitet belegen, dass Menschen mit einer Grundsicherung die Freiheit für eigene Lebensgestaltung bewusst und selbstbestimmt in die Hand nehmen können. Das Projekt ist inspiriert und im konkreten Austausch mit Grundeinkommens-Pilotprojekten in Namibia und Brasilien, die uns mit ihren Erfahrungen zur Seite stehen. Die Universität Münster hat die wissenschaftliche Begleitung des Projektes übernommen und die Netzwerk Grundeinkommen Hamburg die Begleitung der interkulturellen Prozesse.
In solidarischer Kooperation leben und arbeiten die inzwischen ca. 30 erwachsenen Bewohner- Innen und 10 Kinder des „Lebensparks“ bereits seit mehr als 5 Jahren. Das Pilot-Grundeinkommen2 im Feldversuch ist für insgesamt 60 bis 100 Menschen ausgelegt und wird mit Unterstützung der Stiftung Lebenspark dokumentiert und evaluiert. Kooperationen mit anderen Stiftungen sowie Zusammenarbeit mit anderen Feldversuchen sind angestrebt. Es werden Unterstützer gesucht, die das Projekt stärken wollen und können. Mittelfristig sollen auch Menschen außerhalb des Lebensparks, z.B. das Dorf Alt Rehse, und auch Grundeinkommensgruppen aus ganz Deutschland innerhalb des Pilotzeitraums von zwei Jahren integriert werden können. Zur Mitwirkung sind alle Menschen mit Interesse an Integraler Politik, der Gemeinschafts-, Grundeinkommens- und Regiogeld-Bewegung eingeladen.
Zur Stärkung der Anschubfinanzierung wird für das Vor- und Hauptprojekt
ab sofort finanzielle Unterstützung gesucht.
Wir forcieren die innovative Kraft „von unten - ohne Staat“ und laden ein zur Förderung der Synergie von (bottom-up) “Pilot-Grundeinkommen“ mit einer Gemeinschafts-Infrastruktur.
Kombiniert werden in dem Pilot-Grundeinkommen folgende Bereiche:
- Gemeinschaftsentwicklung
- Allmende/Gemeingüter
- Grundeinkommen
- regionale Wirtschaftsentwicklung/regionaler nachhaltiger Wirtschaftskreislauf
- regionale Währung/Komplementärwährung
- Existenz-, Vermögens- und Alterssicherung
- Substanzbasierte und nachhaltige Geldanlage
Die Vorteile von Gemeinschaft, Grundeinkommen, regionalem Wirtschaften, Komplementärwährung und Gemeingütern werden miteinander verknüpft.
Das ganze Projekt ist zusammengenommen mehr als die Summe seiner Teile: 1+1+1+1 = x-Möglichkeiten!
Das Pilot-Grundeinkommen finanziert sich aus Einzahlungen der TeilnehmerInnen von 50% des Einkommens und aus einem externen Fonds, der durch die Stiftung Lebenspark verwaltet wird, in einen gemeinsamen Grundeinkommensfonds:
Jede/r Beteiligte erhält den Durchschnittsbetrag aus dem Fonds. Die wirtschaftlich Stärkeren tragen somit die „Schwächeren“ solidarisch mit. Anfänglich ist eine Anschubförderung geplant, damit jeder ein „Pilot-Grundeinkommen“ von 800,00 € pro Monat erhalten kann, bis die Tragfähigkeit des gemeinsamen Wirtschaftens und die Potenzialentwicklung des Einzelnen greift. Die Kinder nehmen ebenfalls mit einem geringeren Grundeinkommen über die Erziehungsberechtigten teil. Mit dem Grundeinkommen werden 200€ von jedem Erwachsenen in die Allmende des Pilot-Projektes eingezahlt und die allmendeverwaltende Eigentümergesellschaft gibt im Gegenzug 200 ReCom zurück. Jede/r GemeinschaftlerIn legt so seinen Eigentumsanteil zu seiner Existenz- und Alterssicherung in seinem/ihrem Grundstück substanzbasiert an und besitzt damit ein Stimmrecht. Im Gegenzug entsteht ein eigener Wirtschaftskreislauf mit der regionalen Währung, der die regionale Wirtschaftskraft stärkt. Das Regiogeld wird durch das Grundstück besichert. Die Verwaltung des ReCom erfolgt nach den Strukturen des Fließenden Geldes, aus dem die Beteiligten des Pilotprojektes und gleichgesinnte Gruppe ein Grundeinkommen über die Grenzen des Pilotprojekts hinaus aus sich selbst generieren (Münchener Modell).
Die Finanzierungsschätzung stellt sich wie folgt dar:
Ziel dieses Pilotprojekts ist, in der strukturschwachen Region Mecklenburg-Vorpommern nach zwei Jahren Pilotzeit ein tragfähiges Wirtschaftssystem in Verbindung mit Grundeinkommen entstehen zu lassen, das wissenschaftlich begleitet und bewertet wird und das auf andere Projekte und Regionen übertragen werden kann. Das menschliche und solidarische Zusammenwirken aller Beteiligten soll nicht nur im wirtschaftlichen Gefüge, sondern auch die Wertvorstellungen, soziales Verhalten und die kulturelle Entwicklung gefördert werden.
1 Ein Grundeinkommen ermöglicht jedem Menschen, unabhängig von seiner Arbeitsfähigkeit und Leistung eine menschenwürdige, materiell gesicherte Existenz. Existenzsicherung statt Existenzangst lautet die Devise, nicht zuletzt aufgrund des technischen Fortschritts im 21. Jahrhundert. Das bisherige „Recht auf Arbeit“ wandelt sich in ein „Menschenrecht auf Einkommen“ mit entsprechendem Freiheitspotenzial. Die Grundsicherung ist nicht Ergebnis von Arbeit, sondern Voraussetzung für produktives, gesellschaftlich sinnvolles Tun. Eine starke realisierbare Vision mit enormer heilsamer Wirkung!
2 Der Begriff „Pilot-Grundeinkommen“ ist nicht identisch mit dem bereits definierten Begriff des „Bedingungslosen Grundeinkommens“ mit den 4 Kriterien des Netzwerk Grundeinkommen (http://www.grundeinkommen.de/die-idee), da ein Feldversuch diese nicht abdecken kann, was in der Natur solch eines Modells liegt.